Kultur & Kunst

Äthiopien blickt auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Es gilt nicht nur als die Wiege der Menschheit, sondern auch als Ursprungsland des Kaffees. Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet es sich kulturell deutlich von den Staaten Schwarzafrikas. Dies äußert sich unter anderem in der Äthiopischen Küche.

Äthiopien ist eine Gesellschaft mit einer alten, traditionsbewussten Kultur. In der gegenwärtigen Phase intensiver Reformen stellen sich Fragen nach einem kulturellen Modernisierungskonzept verstärkt. Die Eigenständigkeitsbestrebungen verschiedener ethnischer Gruppen, denen im Rahmen der Regionalisierungspolitik der Regierung größerer Spielraum gewährt wird, wirken sich auch im Bildungsbereich aus. Die äthiopische Regierung hat Grundzüge einer staatlichen Kulturpolitik entworfen. Tragender Gesichtspunkt ist die Regionalisierung. Der Zentralstaat zieht sich auf eine Art Rahmenkompetenz in kulturellen Angelegenheiten zurück. Es obliegt den Regionen zu entscheiden, ob der Unterricht wie früher allgemein in Amharisch oder einer regionalen Sprache gehalten wird.

Äthiopien ist bekannt für seine Malerei. Diese ganz eigentümliche Kunstform hat eine lange Tradition und ist eng mit der bewegten Geschichte des Landes verknüpft. Die für Schwarzafrika untypische Malerei und die Anfertigung feiner Kunsthandwerksarbeiten haben ihre Wurzeln im alten nordafrikanisch-vorderasiatischen Kulturbereich. Sie hielten sich, eingebettet in der ungebrochen christlichen Tradition des Landes, bis heute. Mit Blick auf die rund zweieinhalb Jahrtausende alte Hochkultur-Geschichte darf Äthiopien als der einzige heute noch lebendige und deutlich sichtbare „Ausläufer“ der alten Mittelmeerzivilisation in Afrika bezeichnet werden.

Einer der bedeutendsten, modernen äthiopischen Maler ist Afewerk Tekle (Afawarq Takle, 1932–2012), der großformatige Ölbilder, Skulpturen und Gebrauchskunst bis hin zu Briefmarken gestaltete. Er gehört neben Gebre Kristos Desta (1932–1981), Ale Felege Selam (* 1929) und Alexander Boghosian (Skunder Boghosian, 1937–2003) zu den führenden Malern, die moderne Kunstauffassungen in Äthiopien einführten.

Die in Fünftonskalen gespielte traditionelle Musik aus Äthiopien unterscheidet sich stark von den Melodien des übrigen Afrika. Gespielt wird sie von Azmari genannten Sänger-Poeten, die mit Liedern in Balladenform durch das Land ziehen, alte Geschichten verbreiten und zu aktuellen Themen Stellung beziehen. Sie begleiten ihre Preis- und Schmählieder meist in Tej bets (Gaststätten, in denen der Honigwein Tej ausgeschenkt wird) auf der Leier Krar, der einsaitigen gestrichenen Kastenspießlaute Masinko oder spielen gelegentlich die Flöte Waschint. Die ehrwürdige große Leier Beganna wird nur bei feierlichen religiösen Anlässen gespielt.

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