Zu Besuch in Addis Abeba: Ein Patenschaftsbesuch
Ein Patenschaftsbesuch
Text + Fotos: Ralf Schuhmann, Ruhla
Im Jahre 2025 weilte ich als interessierter Geologe mit einem Freund das erste Mal in Äthiopien um dieses landschaftlich und kulturell so reizvolle Land mit Vulkanen, Salz, Kaffee und den vielen Ethnien, aber auch mit vielen Konflikten und Problemen, kennen zu lernen – ein Traum schon seit Studienzeiten ging damit in Erfüllung! An einem schönen Sonntag führte mich mein Weg in die Kreuzkirche in Addis Abeba. Nach dem ökumenischen Gottesdienst wurden mir die Räume der GCS gezeigt und gute Kontakte geknüpft. Da ich bereits mehrere Jahre ein Patenkind in Ruanda unterstützt hatte und auch unser Pfarrer ein langjähriger Freund des Direktors ist entschloss ich mich spontan zu einer neuen Patenschaft für eine Schülerin/Schüler der GCS.


Wie wunderbar überrascht war ich, als ich bereits zu Weihnachten ein kleines Gemälde von meinem Patenkind Mekedes erhielt! Begeistert von der ersten Reise war für 2026 die zweite Reise geplant und so besuchte ich Mekedes direkt in der Klasse gemeinsam mit dem Direktor Teklu Tafesse Barki und dem Patenschaftsbeauftragten Alemayehu Chala. Wir wurden fast ehrfurchtsvoll mit großen Augen, einem Lied und einem Gebet empfangen, das war wirklich sehr bewegend. Natürlich haben wir uns bei den Schülerinnen und Schülern sehr gerne mit Süßigkeiten sowie Stiften und Heften für den herzlichen Empfang revanchiert!
Danach ging es mit dem schuleigenen, etwas betagten Geländewagen zu Mekedes nach Hause. In dem sehr bescheidenen und beengten Raum wurden wir von der Mama und der kleinen Schwester herzlich empfangen; es gab natürlich selbst gerösteten äthiopischen, hervorragend schmeckenden Kaffee und etwas Gebäck. Wie groß war doch die Freude über den neuen Schulranzen, Stifte, Hefte, Schulmappe, etwas Kleidung und Spielzeug! Der Nachmittag verging wie im Fluge und gerne hätten wir mehr Zeit miteinander verbracht. Kinder sind in Äthiopien „einfach da“; sie genießen weder den ihnen gebührenden Schutz noch die Achtung der Erwachsenen; um so wichtiger ist deshalb auch die Arbeit der Lehrer der GCS, den Kindern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch die Fähigkeit, sich selbst und andere zu achten.


links Ralf Schuhmann mit Mekedes, rechts Alemayehu Chala, GCS fostership officer
Am Ende der 3-wöchigen Exkursionsreise trafen wir Mekedes, ihre kleine Schwester und natürlich ihre Mama nochmals um mit ihnen gemeinsam zu Abend zu essen. Wieder ein Fest für alle, waren sie doch noch nie in einem Restaurant oder Hotel. So fiel der Abschied sehr schwer, denn ich habe in Addis Abeba nicht nur einfach nur ein Patenkind, sondern Menschen getroffen, die so liebenswert, aufgeschlossen, ehrlich, freundlich und dankbar sind wie man es hierzulande kaum noch kennt. Sehr gerne komme ich wieder nach Äthiopien, denn ich kann hier wenigstens einigen Menschen die Hilfe und Unterstützung zukommen lassen, die ich einmal selbst erfahren habe!